Die richtige Wahl der Decke

Winterzeit ist Deckenzeit und man steht immer wieder vor der Frage, welche Decke wohl die richtige Wahl sein könnte. Generell steht am Anfang des Winters erstmal die Entscheidung an, ob ein Pferd überhaupt eingedeckt werden muss. Von Natur aus hat das Pferd ein Fell, was dazu konzipiert ist auch kältere Tage gut zu überstehen. Nehmen wir als Beispiel die Isländerponys, welche auch bei kalten Temperaturen und Schnee dem Wetter trotzen.

Allerdings entwickeln sich Pferd immer mehr vom Wildpferd zum Hauspferd und somit sind die Ansprüche an die Tiere anders als in der Natur. Ich finde es gut, wenn Pferde ganz ohne Decken zurechtkommen, weil ich der Meinung bin, dass sich die Natur schon etwas beim Winterfell gedacht hat.

Doch grade alte und kranke Pferde kommen mit den Temperaturen im Winter schwieriger zu recht, sodass das eindecken nötig wird. Ebenso ist es bei Pferden die im Training stehen und sehr stark schwitzen, hier ist es dann nötig Teile oder sogar das ganze Winterfell scheren zu müssen. Ohne Fell schwitzen die Pferde weniger und sind somit schneller trocken, wenn das Training sehr anstrengend war. Schert man dem Pferd Fell weg, muss man dies natürlich durch eine Decke ersetzen.

Decken gibt es in allen möglichen stärken, von der 0 g Decke für regnerische Tage, bis zu dick gefütterten 450 g Decke für ganz kalte Tage. Auch in den Ausführungen unterscheiden sie sich, es gibt welche mit normalem Schnitt, welche mit „High Neck“ oder gar welche mit einem kompletten Halsteil.

Für den Beginn des Winters bietet es sich zunächst an, eine 0 g Decke zu wählen, damit das Pferd zunächst vor Regen und Wind geschützt wird. Sinken die Temperaturen, macht es Sinn eine dickere Decke zu wählen. Wir handhaben es aktuell so, dass wir im Herbst und Frühjahr bei Temperaturen bis Grad die 0 g Decke oder eine nur leicht gefütterte verwenden. Sobald die Temperaturen auf 0 Grad oder kälter sinken, trägt mein Pferd eine 200 g Decke. Wir haben das Model „Buster“ von Premier Equine, mit der Option, ein Halsteil anbringen zu können. Bei Schnee und Minusgraden, ergänze ich die Winterdecke dann um das Halstteil.

Bislang war mein Pferd nicht geschoren, sodass wir so gut durch das Jahr gekommen sind. Wir haben uns aber aktuell aufgrund eines höheren Trainingspensums für eine Teilschur entschieden, sodass ich das Halsteil bei Temperaturen bis 10 Grad dranlassen werde. Sollte der Winter weiter so kalt bleiben und die Temperauren im Minusbereich bleiben, so überlege ich noch eine Decke mit 300 g oder mehr zu kaufen.

Bei Pferden mit einer Vollschur sollte man selbstverständlich schon im Herbst ein gefüttertes Model von 100 g oder 200 g wählen und im Winter dann auf die dickste Stufe wechseln. Natürlich kommt es auch immer noch auf das Pferd selbst und sein Kälteempfinden an.

Grundsätzlich gibt es 3 Stufen von Decken:

-leichte Decken

-mittlere Decken

-schwere Decken

In unserem Kleiderschrank befinden sich bislang nur die ersten beiden Stufen, aber wenn ich einen Blick auf das Thermometer werfe und sehe, dass es bis zu minus 10 Grad werden soll, dann überlege ich noch eine sehr dicke Decke von 300 g oder 400 g zu besorgen.

Neben der Regendecke oder Winterdecke gibt es natürlich auch noch die Abschwitzdecken. Während die Pferde im Sommer einfach in der Sonne trocknen, muss man im Winter einen anderen Weg finden, das nach dem Training geschwitzte Pferd wieder trocken zu bekommen, damit es sich nicht erkältet.

Je nach Bedarf kann man sich für eine Abschwitzdecke mit normalem Schnitt oder eine mit Halsteil entscheiden. Wenn ein Pferd stark schwitzt, bietet es sich an, eine mit Halsteil zu wählen.

Doch auch bei den Abschwitzdecken gibt es Unterschiede. Es gibt Decken aus Fleece oder auch extra Funktionsdecken, aus besonderem Material. Wir hatten bislang immer Fleeceabschwitzdecken und haben dieses Jahr zum ersten Mal eine „Cooler Rug“ von Premier Equine getestet. Durch die besondere Struktur und das Material trocknet sie die Pferde noch besser und schneller. Wir waren positiv überrascht, dass dieses Model mehr Erfolg beim Trocknen bringt.

Für komplett geschorene Pferde empfiehlt es sich beim Warmreiten eine Nierendecke zu verwenden oder beim Ausreiten eine Ausreitdecke. Diese decken nur den hinteren Bereich des Pferdes ab und stören beim Reiten nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es kein falsche Wetter sondern lediglich falsche Kleidung gibt. Wählt man die Dicke der Decke dem Wetter entsprechend angepasst, so fühlt sich auch das Pferd sehr wohl. Es muss natürlich auch vermieden werden, dass eine zu dicke Decke verwendet wird, ansonsten kann dem Pferd schnell sehr warm werden. Ein Blick auf das Thermometer kann nie schaden.

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