Was ist letzter Preis?

Wer schon einmal versucht hat, etwas über das Internet zu verkaufen, wird schnell festgestellt haben, dass man die unfassbarsten Dinge erlebt. Mal schnell eine Schabracke verkaufen ist schlichtweg nicht möglich.

Hin und wieder kaufe ich schon mal Zubehör von Privatleuten und ich muss sagen, mir ist dabei nie wirklich wohl. Bei all den Geschichten die man hört, muss man Angst haben seine Ware gar nicht zu erhalten. Ich bin da absolut vorsichtig und versuche mich vorher z.B. bei Facebookverkaufsgruppen über die Leute zu informieren. Nunja, wer betrügen will findet ja bekanntlich immer einen Weg.

Ich stöbere bei Langweile ganz gerne in Gruppen oder auf Ebay-Kleinanzeigen, um zu schauen, ob ich nicht doch etwas gebrauchen kann. Es gibt Anzeigen, da falle ich einfach vom Glauben ab. Niemals würde ich auf die Idee kommen Dinge überhaupt noch zu verkaufen, die in so einem schlechten Zustand sind. Bei einer offensichtlich verwaschenen Schabracke lesen zu müssen: „Sehr guter Zustand“, da bleibt mir die Spucke weg.

Wenn ich Sachen zum Verkauf anbiete, dann sind sie entweder neuwertig oder ebenso gut gebraucht, dass man sie ohne schlechtes Gewissen selbst noch nutzen würde. Verwaschene Schabracke, Decken mit Löchern oder völlig zerkratze Gamaschen gehören einfach in die Restmülltonne. Aber nunja, jeden Morgen steht ja bekanntlich ein Dummer auf, der sowas dann noch kauft.

Ebenso machen mich Sammlerpreise sprachlos. Hat jetzt jemand eine ganz neue Eskischabbi aus der Kollektion XY und verlangt mehr als Neupreis, okaaaaaaaaaaaay. Oft sehe ich total gebrauchte Halfter oder Decken, die können von mir aus von Totilas Huf unterschrieben sein, trotzdem würde ich sie niemals zu diesen Preisen kaufen. Ja man könnte meinen, ich solle einfach wegschauen, wenn ich mich darüber aufrege. Leider kommt man an manchen Verkaufsanzeigen einfach nicht vorbei.

Aber jetzt zu meinem eigentlichen Thema: Etwas selber verkaufen. Ich bin an einem Punkt angekommen, wo mir schlichtweg die Geduld fehlt. Es treibt mich schlichtweg in den Wahnsinn, eine Verkaufsanzeige zu erstellen.

Zunächst bemühe ich mich viele Produktfotos beizufügen und den Artikel genau zu beschreiben und einen wirklich angemessenen Preis fest zulegen. Meistens geht es schnell mit diversen Nachrichten los:

„Was ist letzte Preis?“ Es ist ja nicht so, dass man nicht vielleicht noch über den Preis sprechen kann, aber wenn ausdrücklich ein Festpreis genannt ist, dann ist diese Frage mehr als mühselig zu beantworten.

„Tausch?“ Um Gottes Willen, wie kommt man auf diese Idee, wenn im Text extra steht, dass ich den Keller leer bekommen möchte und mich deshalb von den Sachen trenne und nicht tauschen möchte.

Es gibt so viele Anfragen, wie auch: „Welche Größe?“ Wo ich mir denke: Bitte lest doch erstmal den Text. Mein Problem ist es, das ich einfach zu höflich bin und im Endeffekt jede Frage beantworte.

Hat sich dann ein vermeintlicher Käufer gefunden, verläuft die Abwicklung auch selten komplikationslos. Oft sagen die Leute nach Tagen ab, zahlen einfach nicht oder werden sonst auf einem Weg auffällig. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die einfach direkt überweisen, das Geld am nächsten Tag auf meinem Konto ist und ich das Paket verschicken kann.

Leider überwiegen immer wieder die „Meine Mama hat doch nein gesagt“, „Oh da hatte ich wohl Probleme mit der Bank“ und „ich melde mich einfach nie wieder“ Leute!

Betrachtet man den Mix aus zeitraubenden Fragen, unzuverlässigen Käufern, die absagen und unverschämten Nachrichten, so macht das ganze wenig Spaß.

Verschicken tu ich generell nur mit DHL und versichert, um wenigstens beim Versand der Ware jegliches Risiko auszuschließen.

Somit habe ich mich aktuell ja auch dazu entschieden, meine ganzen Sachen einem Pferdeschutzhof zu spenden. Lieber sehe ich ein hilfloses Pferd in meiner Eskiiiiiabschwitzdecke rumlaufen, als sie zu unverschämten Preisen zu verkaufen, mich doofen Fragen auszusetzen und wochenlang auf Zahlungszusagen von Katastrophenkindern zu warten.

Und was der Schutzhof nicht gebrauchen kann, können sie ja zur Not selbst zu Geld machen. Kurzfristig war ja mein erster Gedanken, den Erlös aus dem Verkauf zu spenden, aber ich habe schlichtweg keine Lust etwas zu Verkaufen.

 

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